Zu meiner Person                                         Weg der Nachfolge


Th. Worm


Zu meiner Person



Ich war nicht immer Christ. Niemand wird als Christ geboren. Ich stamme aus dem Süden Thüringens, einem Dorf am Rennsteig gelegen. Obwohl meine Eltern nicht gläubig waren, schickten sie mich mit sieben Jahren zur Christenlehre in unserem Ort. Sehr bald bin ich davon abgesprungen, wollte lieber Räuber und Gendarm spielen und blieb den Stunden im Pfarramt fern.

Zu meinem achtzehnten Geburtstag lernte ich ein Mädchen aus Cottbus kennen, die Christ war. Leider hat sie damals nicht offen über ihren Glauben gesprochen, aber ich wußte, daß sie eine andere Hoffnung als ich in sich trug. So verging die Zeit, die Mauer fiel, ich begann in Marburg Jura zu studieren und ein Interesse an Philosophie wurde in mir geweckt. Auf dem Weg zur Mensa schenkten mir junge Leute eine kleine grüne Gideon-Bibel. Ich nahm sie dankend an, las aber kaum darin. Wieder hatte Gott mich gerufen, und wieder hatte ich eine Chance vertan.

1992 zog ich nach Würzburg und studierte an der dortigen Uni weiter. Mein Ziel war es, ein erfolgreicher Anwalt zu werden. Vorbild war mein Onkel, der mich maßgeblich prägte, und mich ermutigte, nach der Wende dieses Studium aufzunehmen. Das Streben nach Anerkennung in den Augen der Menschen, Erfolg, ein gutes Einkommen, soziale Sicherheit und das Streben, sich selbst etwas zu schaffen und etwas zu werden waren meine Motivationen. Mit Gott hatte ich nichts am Hut, der Kirchgang zu Weihnachten war ein schönes Beiwerk zum "Fest der Familie".

Doch dann holte Gott mich ein. In Würzburg wohnte ich bei einer Frau, die Christ und Koordinatorin des dortigen Frühstückstreffens für Frauen war. Ich erinnere mich noch, wie wir einmal auf der Treppe standen und Helga mich auf Gott ansprach. Ich verkündete stolz, ich sei Atheist. Dann kam die Wende in meinem Leben. Als gelernter Porzellanmaler war ich immer mit den ängsten und Zweifeln geplagt, das juristische Studium nicht zu schaffen. Die Prüfung kam immer näher - ich lernte und lernte, nicht aus Wissensdurst sondern aus Angst. Der Termin der Prüfung rückte immer Näher und ich begann immer weniger zu schlafen. Dann lag ich drei Nächte wach, konnte nicht mehr schlafen. Irgendwoher kamen die Gedanken, ich würde in einem mir bekannten Antiquariat ein Zauberbuch finden, in dem die Wahrheit stünde. Wenn du die Wahrheit kennst, kannst du jeden Fall gerecht und richtig lösen. Jeder juristische Fall ist machbar, wenn du die Wahrheit kennst, denn dann kennst du die Lösung. Ich ging in dieses Antiquariat und suchte nach dem Zauberbuch, aber ich konnte es nicht entdecken. Als ich den Laden verließ, fiel mein Blick auf ein altes Buch in einem schwarzen Ledereinband. Ich nahm es zur Hand - es war eine alte Lutherbibel, gedruckt im Jahre 1923. Ich nahm sie für 10 DM mit und begann darin zu lesen. In dieser Zeit offenbarte mit Gott seinen Sohn Jesus Christus als Erlöser dieser Welt. Doch war ich in einer derart schwierigen gesundheitlichen Verfassung, daß ich für eine ganze Zeit "aus dem Rennen" genommen war und erst durch einen längeren Krankenhausaufenthalt wieder auf die Beine gestellt wurde. Ich hatte zu dieser Zeit aber auch eine starke Hilfe zur Seite. Helga, die mir immer wieder von Jesus erzählte und mir Mut machte, Vertrauen zu wagen.

Nach meiner Genesung vermittelte sie mich in einen Hauskreis mit jungen Leuten in Würzburg - mein philosophischer Glaube begann biblische Formen anzunehmen. Dann bot sich Helga an, mit mir einen Glaubensgrundkurs durchzuführen. Dort erfuhr ich, wer Jesus ist und warum er in diese Welt kam. Im Gebet übergab ich mein Leben in Jesu Hände und nahm ihn als Erlöser und Herrn an. Das war am 28.1.1996, dem Tag meiner Bekehrung und, wie ich es heute sehe, der wichtigesten Entscheidung in meinem Leben.

Nach einiger Zeit der Pause meldete ich mich dann ein zweites mal zur juristischen Prüfung an und bestand diese durch Gebet aus Gottes Gnade. Dann begann ich im Glauben zu wachsen, Schritt für Schritt. 1997 ließ ich mich taufen. Ein Hunger nach Gottes Wort wuchs in mir, Erfahrungen mit erhörten Gebeten folgten, die Gemeinschaft mit meinen Glaubensgeschwistern wurde mir wichtiger. Ich begann im Herzen zu verstehen, was Liebe eigentlich ist.

Seit dieser Zeit hat der Herr mich einen Weg geführt, den ich damals nicht für möglich gehalten hätte. Ich bestand mein Erstes juristisches Examen mit viel Gebet und das Zweite überdurchschnittlich. Zwei Jahre arbeitete ich in einer kleinen Anwaltskanzlei in Borna bei Leipzig. Dann lernte ich eine amerikanische Missionarin kennen, die in Altenburg/Thüringen Jüngerschaft durchführte und Jüdischen Menschen half, Yeshua, den Messias Israels, zu finden. So stieg ich 2002 aus dem Beruf aus und schloß mich dem kleinen Missionswerk "My Brother´s Keeper" an. Ich begann aus dem Glauben zu leben. Im Vertrauen auf die Versorgung durch den Herrn ließ ich mich zum Predigen zurüsten und begann "Juden und Griechen" das Evangelium zu verkündigen. Es gibt keinen größeren Segen als zu sehen, daß ein Mensch sich bekehrt, sein Leben ganz in den Hände Jesu legt und Ihm nachfolgen will. Ihm zu vertrauen mit ganzem Herzen.

Ich danke dem Herrn, daß er mich damals nicht meine Wege hat weiterlaufen lassen, auch wenn es durch Zeiten krankheitlicher Leiden ging. Jesus ist der Herr auch über Krankheit. Er hat all seine Macht, Herrlichkeit und Allwissenheit im Himmel aufgegeben, um Mensch zu werden und die Liebe des Vaters zu zeigen. Er hat uns eingeladen in das Reich Gottes, das es nur in Gemeinschaft mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist gibt. Und er hat den Weg bereitet, indem Er Sein Leben losließ. Er hat am Kreuz eine vollkommene Erlösung erworben. Er hat alle finsteren Mächte ihrer Macht entkleidet und sie bloßgestellt, damit wir frei sein können. Er macht frei von aller Schuld und schenkt ein neues Leben. Ihm sei Lob und Dank dafür!


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