Wie werde ich Christ?                                         Weg der Nachfolge



Wie werde ich Christ?




Wer Christ werden möchte, muß eine bewußte Entscheidung treffen. Damit er das tun kann, muß er erkennen, wer er vor Gott ist, wie Gott ihn sieht und wie er zu Gott finden kann. Christsein hat mit Leben zu tun. Mit neuem Leben, das Gott schenkt. Wer Christ wird, läßt sein altes Leben hinter sich. Er wird ein anderes Leben führen als die Mehrheit der Menschen. Dieses Leben findet seine Grundlage in der Beziehung zu Jesus Christus und dem Wort Gottes, das uns der liebende, himmlische Vater gegeben hat.




I. Wer ist Jesus von Nazareth?



1. Die Behauptung

Als Jesus kurz vor seiner Kreuzigung vom Hohen Rat verhört wurde, stellte ihm der Hohepriester die Frage: "Bist du Christus, der Sohn Gottes?" Und Jesus antwortete darauf: "Ja, der bin ich" (Markus 14, 62    Hoffnung für alle).

Welch eine Aussage! Die Behauptung, der Sohn Gottes zu sein, bedeutet: da ist mehr als ein bloßer Mensch. Kann ich einer solchen Aussage Glauben schenken? Werden sich nicht sofort Zweifel anmelden? Nun, eine Behauptung bleibt so lange eine Behauptung, bis sie als wahr bewiesen ist. Wir wollen kurz die Möglichkeiten prüfen, die sich aus der Aussage Jesu "Ich bin Gottes Sohn" ergeben können.


2. Die Möglichkeiten

a) Die erste Möglichkeit

Die erste Möglichkeit wäre, daß Jesus ein Lügner und Betrüger war. Wer zu den Menschen sagt: Ich bin Gottes Sohn und ist es tatsächlich nicht, der lügt.
Laß mich eine Frage stellen, die uns hier weiterhelfen kann. Warum lügt ein Mensch? Die Erfahrung lehrt, daß Menschen lügen, um sich einen Vorteil zu verschaffen, um unrechten Gewinn zu machen, oder ihre Machtstellung zu sichern.
Jesus lebte in Armut, er besaß auf dieser Erde keine Reichtümer, im Gegenteil, das Wenige, das er besaß, gab er den Armen. Einen finanziellen Vorteil hatte er durch eine solche Aussage also nicht. Auch übte er keine Macht über Menschen aus. Er zog als Wanderprediger durchs Land und die, die ihm folgten, taten das freiwillig. Und sie taten es obwohl Jesus sie warnte, welche Kosten diese Nachfolge für sie haben würde. Ein Schriftgelehrter (heute würde man sagen ein Doktor oder Professor) trat einmal an ihn heran und sagte: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Jesus antwortete darauf: "Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege" (Matthäus 8, 20). Jesus verschwieg die Kosten nicht, er war ehrlich zu den Menschen.

Die Erfahrung lehrt weiter, daß Menschen lügen um sich zu schützen. Man sucht Unbequemlichkeiten und Nachteilen zu entgehen, indem man eine Notlüge gebraucht. Wenn dies der Zweck der Aussage Jesu gewesen wäre, dann war sie völlig untauglich. Jesus wußte, daß er in den Augen der Hohepriester mit diesen Worten eine Gotteslästerung beging. Darauf stand die Todesstrafe. Lügt man wenn man weiß, daß diese Lüge zum Tod führt? Niemand wird solch einen Unsinn tun. Das wäre Dummheit.

Eine Lüge kann man Jesus damit nicht nachsagen. Selbst seine Gegner konnten das nicht als Jesus sie fragte, "Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen?" (Johannes 8, 46).

b) Die zweite Möglichkeit

Wenn einer nicht bewußt lügt, dann weiß er vielleicht nicht, was er da sagt. Vielleicht ist er geistig verwirrt, ein Verrückter? Nun, so neu ist dieser Vorwurf nicht. Einige Juden hielten ihm dies genau so vor. Sie sprachen zu ihm: "Sagen wir nicht mit Recht, daß du ein Samariter bist und einen bösen Geist hast?" (Johannes 8, 48).
Einer, der nicht recht bei Verstand ist, der wird sicher eine Menge Unsinn erzählen, aber kaum durch Weisheit und einen scharfen Verstand verblüffen. Und gerade letzteres war bei Jesus der Fall, seine Weisheit war allgemein anerkannt. Selbst seine Gegner waren erstaunt. Als Jesus in der Synagoge in Nazareth lehrte entsetzten sich die Juden und fragten: "Woher hat dieser solche Weisheit und solche Taten?" (Matthäus 13, 54). Urteile selbst! Wenn Jesus sagt: "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe ein Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst" (Matthäus 7, 3 - 5).
Das sind nicht Worte eines Verrückten, das sind Worte höchster Weisheit.

c) Die Konzequenz

War Jesus kein Lügner und kein Verrückter, dann muß seine Aussage, dass er Gottes Sohn ist, wahr sein. Gibt es hierfür Beweismittel, die uns das bestätigen?
Ja, sagt die Bibel. Die gibt es.


3. Die Beweise

a) Die Zeugen

Durch die Bibel wird bezeugt, daß Gott, der Vater, sich zu seinem Sohn bekannt hat.

Als Jesus zu Johannes am Jordan kam, um sich taufen zu lassen, geschah etwas wunderbares. Bei Matthäus 3, 16 ff. lesen wir: "Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe."

Später, auf dem Berg der Verklärung, wiederholt der Vater dieses Bekenntnis in Gegenwart der Jünger Petrus, Jakobus und Johannes.
In Matthäus 17, 5.6 lesen wir: "Als er (Petrus) noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr."

Gott bekennt sich zu seinem Sohn, und Menschen erkennen ihn als solchen.

Johannes der Täufer bezeugt in Johannes 1, 33 ff.: Vorher habe ich ihn auch nicht gekannt, ..., aber Gott, der mir den Auftrag gab, mit Wasser zu taufen, sagte zu mir: "Wenn du den Geist auf jemanden herabkommen und bei ihm bleiben siehst, dann weißt du, dass er es ist, der mit dem Heiligen Geist tauft". Und weil ich das gesehen habe, kann ich euch bezeugen: Dieser Mann ist Gottes Sohn!

Die Jünger Nathanael, Petrus und Thomas bezeugen die Gottessohnschaft Jesu genau so, wie die samaritische Frau am Jakobsbrunnen oder der alte Simeon, dem Gott versprochen hatte, er werde nicht sterben, er hätte denn den Erlöser gesehen (Johannes 2, 49; Matthäus 16, 16; Johannes 20, 28; 4, 29; Lukas 2, 29).
Nun kann man dagegen einwenden, dies sei eine persönliche Ansicht, eine eigene Meinung dieser Menschen gewesen. Das Zeugnis beruht jedoch nicht auf einer Meinung, sondern auf Tatsachen, die wahrgenommen werden. Solche Tatsachen, die Jesus als Gottes Sohn ausweisen, sind in den Evangelien vielfach beschrieben.

b) Wundertaten

Jesus selbst rief seine Gegner auf, die Werke zu beurteilen, die durch ihn geschahen. Er sagte: "Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubt mir nicht; tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr mir nicht glauben wollt, damit ihr erkennt und wißt, daß der Vater in mir ist und ich in ihm" (Johannes 10, 37.38).

Urteile selbst: Ist ein Mensch in der Lage aus eigener Kraft einen Blinden sehend zu machen? Die Evangelien berichten mehrfach davon, wie Jesus Blinden die Sehkraft zurückgab und sie heilte (Matthäus 9, 27 ff). Und das brachte manchmal sogar Schwierigkeiten für den Geheilten, weil seine Landsleute plötzlich daran zweifelten, ob er tatsächlich blind geboren war, und nun die Eltern befragt wurden (Johannes 9, 1 ff.).

Taubstumme konnten plötzlich wieder reden und hören, nachdem Jesus sie geheilt hatte (Markus 7, 31 ff.).

Menschen, die an Aussatz (Lepra) litten und aus der Gemeinschaft ausgestoßen waren, wurden durch Jesus von ihren Leiden befreit (Matthäus 8, 1 ff.; Lukas 17, 11 ff.).

Gelähmte, die keinen Schritt mehr gehen konnten, sprangen nach einer Begegnung mit Jesus wieder auf die Füße (Matthäus 9, 1 ff.; Johannes 5, 1 ff.).

Selbst der Tod hatte seine Macht verloren. So rief Jesus die Tochter des Jairus, den Jüngling von Nain oder seinen Freund Lazarus wieder ins Leben zurück (Matthäus 9, 18 ff.; Lukas 7, 11 ff.; Johannes 11, 1 ff.).

Die Wunder, die er wirkte, waren so erstaunlich, daß selbst die Höchsten im Volk zu ihm sagten: "Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm" (Johannes 3, 2).

Nachdem du diese Tatsachen kennst, welches Bild hast du von Jesus. Ist er ein guter Mensch, ein Lehrer, ein Revolutionär oder erkennst du in ihm, was er selbst von sich sagt, den Sohn Gottes?




II. Warum hat Gott seinen Sohn gesandt?



Wo es einen Sohn gibt, da gibt es auch einen Vater. Gott, der Vater, wohnt im Verborgenen. Kein Mensch hat ihn je gesehen. Aber wenn wir auf Jesus Christus schauen, dann erkennen wir, wie der Vater ist.

Die Frage, warum Jesus in unsere Welt gekommen ist, führt uns zurück an den Anfang der Schöpfung. In 1. Moses 1, 31 lesen wir: "Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut."

Schaut man heute in die Welt, wird man unweigerlich feststellen, daß dieses "sehr gut" nicht mehr zutrifft. Die Schöpfung leidet und der Mensch mit ihr. Krankheit und Tod sind allgegenwärtig. Streit und Haß beginnen schon in den Familien. Die Berichte in den Zeitungen sind voll von kriminellen Machenschaften, von Vergehen gegen Recht und Gesetz, bis in die höchsten Regierungsämter hinein. Die Welt zeigt uns ein düsteres Bild. Die Welt zeigt uns, wohin es führt, wenn der Mensch Gott den Rücken kehrt. Wenn er bewußt die Grenzen überschreitet, die ihm von seinem Schöpfer gesetzt sind.


1. Der Sündenfall

Am Anfang gab Gott Adam, dem ersten Menschen, ein Gebot. In 1. Mose 2, 16.17 lesen wir: "Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben."

Als Adam von der Frucht aß, zerbrach die Gemeinschaft mit Gott. Der Tod kam in die Welt, und zwar in zweifacher Hinsicht. Zum einen wurde der Mensch sterblich. Es gilt nun, was in Psalm 90, 10 über die Dauer eines Menschenlebens geschrieben steht: "Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achzig Jahre ...". Aber das Sterblichwerden des Menschen ist nicht die einzige Folge. Es heißt ja "an dem Tage, ... mußt du des Todes sterben." Und tatsächlich starb Adam an diesem Tag - nämlich einen geistlichen Tod. Den Geist, den Gott dem ersten Menschen mitgegeben hatte, das Bindeglied und die Verständigungsmöglichkeit zwischen Gott und Mensch, dieser Geist ging durch die Ursünde Adams verloren. Er starb einen geistlichen Tod. Alle Menschen, die nach Adam geboren werden verfügen noch immer über Leib und Seele. Sie verfügen noch immer über Verstand, Wille, Gefühl und ein Gewissen. Das Gewissen ist aber gleichsam nur noch ein Rest des geistlichen Lebens zu Gott, das ursprünglich bestand. Und damit ist jede echte, lebendige Verbindung zu Gott abgebrochen. Eine tiefe Kluft hat sich zwischen Gott und dem Menschen aufgetan, die der Mensch aus eigener Kraft nicht zu überwinden vermag, selbst wenn er das wollte.


2. Die Sünden des Menschen

Neben dieser Ursünde, die uns von Gott trennt, schiebt sich nun auch noch eine Mauer zwischen Gott und den Menschen. Diese Mauer entsteht durch unsere Verfehlungen und unsere Schuld, die wir im Leben unweigerlich auf uns laden. Und mit jeder Verfehlung, sei es nun eine kriminelle Handlung oder "nur" eine Lieblosigkeit gegen unseren Nächsten im Herzen, wird diese Mauer immer dicker. Wir können sie nicht überwinden und aus eigner Kraft nicht niederreißen. Gott ist heilig und er haßt Sünde. Darum können wir in diesem Zustand keine Gemeinschaft mit Gott haben.

Dies ist die Situation, in der sich jeder Mensch wiederfindet, der heute in die Welt geboren wird. Er ist getrennt von Gott und hat keine Möglichkeit aus eigener Kraft zu ihm zu kommen.

Bevor ich mein Leben Jesus übergab, habe ich lange Zeit an Wochenenden Discoveranstaltungen als Discjockey durchgeführt. Auf mancher Faschingsveranstaltung habe ich das Lied "Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel..." gespielt und die Gäste haben vergnügt mitgesungen und geschunkelt. Heute denke ich mit Scham und Traurigkeit an diese Situationen zurück.

Kommen wir alle in den Himmel? Was sagt die Bibel dazu?

In Matthäus 7, 13.14 lesen wir: "Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind's, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal ist der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's die ihn finden!"

Nun, auf welchem Weg bist du? Auf dem breiten oder auf dem schmalen? Wenn ein Mensch in diese Welt geboren wird, dann ist er automatisch auf dem breiten Weg. Dies ist er, ohne daß er etwas dazu tun müsste. Es ist eine Folge des Sündenfalles. Und mit jeder Sünde, die der Mensch tut, geht er weiter auf diesem Weg der breiten Pforte entgegen. Wenn nicht etwas Entscheidendes in seinem Leben passiert, bleibt er auf dem breiten Weg und geht geradewegs in die Verdammnis.


3. Jesus Christus, der Retter

Weil Gott die Menschen liebt möchte er nicht, daß sie verloren gehen. Die Bibel sagt: "Denn er will, daß alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen" (1. Timotheus 2, 4 Hoffnung für alle). Darum sandte Gott seinen Sohn Jesus Christus. Er ist in diese Welt gekommen, um unsere Strafe auf sich zu nehmen. Den Tod, den wir durch unsere Sünde verdient haben, hat er stellvertretend auf sich genommen. Als er auf Golgatha gekreuzigt wurde, vergoß er sein Blut zur Vergebung unserer Sünden. Für jeden einzelnen Menschen dieser Welt, egal wann er lebt. Für jede einzelne Sünde, egal ob Lüge oder Mord. Damit die Menschen frei werden von ihrer Schuld, damit die Mauer der Sünden eingerissen und die Kluft der Trennung von Gott überbrückt werden kann. Dafür starb Jesus am Kreuz. Dieses Opfer versöhnt Gott mit den Menschen. Und Gott hat das Opfer Jesu angenommen und ihn am Ostermorgen zum Leben auferweckt. Der schmale Weg, der zum ewigen Leben führt, ist Jesus Christus. Und es gilt die Verheißung in Johannes 3, 16: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."


4. Für wen gilt die Rettung durch Jesus?

Das Opfer, das Jesus am Kreuz gebracht hat, gilt jedem Menschen. Aber es löst keinen Mechanismus aus dergestalt, das nun automatisch jeder Mensch gerettet ist. Das Opfer Jesu ist vielmehr ein Angebot, das jeder ganz persönlich für sich in Anspruch nehmen muß, damit es wirksam wird. Ich kann die Hand, die Gott mir in Jesus entgegenstreckt ergreifen, oder ich kann sie ausschlagen. Ein Geschenk kann ich ablehnen oder annehmen. Mit dem Geschenk des ewigen Lebens ist es genauso.
Nur der, der das Opfer Jesu am Kreuz auf Golgatha für sich im Glauben annimmt, der wechselt auf den schmalen Weg, der in den Himmel und ins ewige Leben führt.




III. Brauche ich einen Retter?



1. Der Maßstab des Menschen

Menschen, mit denen ich über den Glauben an Jesus Christus spreche, geben zur Antwort, "das brauche ich nicht". Das Leben dieser Menschen ist scheinbar in Ordnung. Sie haben ein Haus, Kinder, eine gute Arbeit, da ist scheinbar nichts, das ihnen fehlt. Es sind nette, bei ihren Nachbarn beliebte Leute.

Und damit sind wir bei einem Grundübel. Der Mensch hält sich selbst für gut. Dies ist jedenfalls so lange so, bis man nach seinem Maßstab fragt. Nach welchem Maßstab lebst du? Viele Menschen leben nach dem Maßstab der Selbstgerechtigkeit. Sie sagen: "Ich bin gut, weil ich besser bin als mein Nachbar. Wenn ich sehe, was in dessen Leben nicht in Ordnung ist, da komme ich doch gut weg!" Was meinst du, angenommen du hast gestohlen und weißt, dass dein Nachbar seine Ehefrau erschlagen hat. Könntest du mit der bösen Tat deines Nachbarn den eigenen Diebstahl entschuldigen? Bist du besser als dein Nachbar? Nach dem Gesetz wärst du genauso einer Straftat schuldig, wenn auch zugegeben einer anderen.
R. A. Torrey schreibt in seinem Buch "Sei bereit für die Ewigkeit": "Von Natur aus sieht der Mensch in aller Schärfe die Fehler der anderen, aber ist blind gegenüber den eigenen".

Nun, vielleicht sagst du jetzt: "Ich stehle überhaupt nicht!" Du magst recht haben, aber uns spricht nicht nur schuldig was wir tun, sondern auch das, was wir unterlassen. Hast du jede Möglichkeit genutzt, anderen Menschen, die Hilfe nötig hatten, zu helfen. Mit deinem Besitz, deinem Geld, deiner Zeit für sie? Hast du auch keine Möglichkeit ungenutzt verstreichen lassen?

Andere Menschen leben nach dem Maßstab der Selbstgefälligkeit. Sie sagen: "Sicher gibt es Menschen, die besser sind als ich, aber ich bin nicht sehr viel schlechter, wenn nicht sogar genauso gut." Man sucht sich ein Vorbild und die "kleinen Fehler und Versager", die man sich leistet, sind nicht so schlimm. Denn man richtet sein Ziel ja nach dem Besseren aus. Genügt das, um vor Gott zu bestehen?


2. Der Maßstab Gottes

An den Zehn Geboten, die Gott Mose gab, zerbrechen unsere Maßstäbe wie dürres Holz.

Greifen wir einmal das fünfte Gebot heraus: "Du sollt nicht töten."
Du wirst sagen, das habe ich gehalten. Ich bin kein Mörder! Höre einmal, was Jesus zu diesem Gebot sagt: "Ihr habt gehört, daß es im Gesetz des Mose heißt: "Du sollst nicht töten! Wer aber einen Mord begeht, muß vor ein Gericht" Doch ich sage euch: Schon wer auf seinen Bruder zornig ist, den erwartet das Gericht. Wer zu seinem Bruder "Du Idiot!" sagt, der wird vom Obersten Gericht abgeurteilt werden, und wer ihn verflucht, dem ist das Feuer der Hölle sicher" (Matthäus 5, 21.22     Hoffnung für alle). Bist du sicher, daß du in deinem Leben noch nicht getötet hast?

Die Zehn Gebote Gottes sprechen uns schuldig. Und wenn wir nur ein Gebot nicht gehalten haben, dann haben wir das ganze Gesetz übertreten (Jakobus 2, 10).
Was sagt dir dein Gewissen? Wir mögen unsere Verfehlungen verdrängen und schließlich vergessen. Tatsächlich sind unsere Sünden aber wie ein Stapelgift. Blei zum Beispiel wird, wenn es in den Nahrungskreislauf gerät, nicht aus dem Körper ausgeschieden. Es sammelt sich in der Leber immer weiter an und wird nicht abgebaut. Genau so verhält es sich mit unseren Verfehlungen und Versäumnissen.


3. Sündenerkenntnis

Wenn du ehrlich zu dir bist und einmal dein Leben in einer Rückschau vor deinem inneren Auge ablaufen läßt, dann wirst du Situationen erkennen, wo du versagt hast. Wenn du die Schuld in deinem Leben los werden möchtes, dann gibt es Hoffnung für dich. Jesus Christus will dir deine Schuld abnehmen und dich davon frei machen. Er will dich mit Gott versöhnen und für dich einstehen, so daß du vor Gott bestehen kannst. Jesus Christus will noch mehr. Er will dir ein neues Leben schenken. Gemeinsam mit dir den weiteren Lebensweg gehen. Er will dich führen durch die Finsternis dieser Zeit und dir eine Richtung und Orientierung geben, dorthin wo wir wirklich zu Hause sind, bei Gott in der himmlischen Herrlichkeit.




IV. Will ich gerettet werden? Was habe ich davon?



Wir tragen alle in uns ein ungestilltes Verlangen nach Geborgenheit und Liebe. Menschen können diese Sehnsucht nicht befriedigen, aber der Gott, der dich und mich geschaffen hat, der kann es. Willst du die Seiten wechseln, vom breiten auf den schmalen Weg? Du kannst nichts verlieren, aber alles gewinnen.

Eine Frau, die in stürmischer See zu ertrinken droht, wird die nicht den Rettungsring ergreifen, den man ihr zuwirft? Ein Mann, der beim Bergsteigen den Halt verliert und abzustürzen droht, wird der nicht das rettende Seil ergreifen?
Wir, die wir in diese Welt geboren sind, sind von Anfang an tödlich krank. Aber es gibt Hoffnung. Jesus sagt: "Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken. Meine Aufgabe ist es, Sünder in die Gemeinschaft mit Gott zu rufen, und nicht solche, die Gott bereits kennen" (Markus 2, 17     Hoffnung für alle).

In der Gemeinschaft mit Gott werden wir ewiges Leben finden. Leben, das Sinn hat, das fest gegründet ist. Wir entgehen der Verdammnis und dem ewigen Gericht. Gott verspricht, daß das ewige Leben schon jetzt, in dieser Zeit beginnen wird. Es liegt an uns, ob wir das wollen.




V. Wie werde ich gerettet? Wie erhalte ich neues, ewiges Leben?



1. Falsche Zuflüchte

R.A. Torry schreibt in seinem Buch "Sei bereit für die Ewigkeit", daß jeder Glaube, jede Hoffnung, vier Prüfungen standhalten muß, wenn er als echt befunden werden soll. Die vier Punkte sind folgende: a) Erfüllt deine Zuflucht (persönlicher Glaube/Hoffnung) die höchsten und unbestechlichen Anforderungen deines Gewissens? b) Entgehst du durch deine Zuflucht der Macht der Sünde, das heißt, wirst du dadurch ein besserer Mensch? c) Hält deine Zuflucht der Stunde deines Todes stand? d) Hält deine Zuflucht Gottes Zorn im Gericht stand?

Wir wollen uns kurz einige Beispiele von falschen Zuflüchten anschauen, die bei genauer Prüfung an der Formel Torrey's scheitern:

- Wissenschaft und Technik / der Glaube an das Machbare
Wir nehmen gerne die Segnungen des Wohlstandes entgegen, die uns durchaus ein bequemeres Leben ermöglichen. Aber das Herz eines Menschen, seine Handlungsweise gegenüber seinen Mitmenschen verändern diese Dinge nicht. Erst recht versagen sie in der Stunde des Todes und des Gerichts.

- Atheismus / der Glaube an Nichts
Auch der Atheismus hat keine Kraft in sich, dich und dein Leben zu verändern. Er ist nicht einmal in der Lage, dir einen Sinn in deinem Leben zu vermitteln. Laßt uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot. Das ist seine Devise. Aber in der Stunde deines Todes, wird er dir da eine Stütze sein? Und im nachfolgenden Gericht?

- Religionen
Viele Menschen glauben, daß es einen Gott gibt, ein höheres Wesen, das sie suchen. Dies hält durchaus den hohen Anforderungen ihres Gewissens stand. Vielleicht verändert es auch ihre Verhaltensweisen und gibt ihnen Trost in der Stunde ihres Todes. Aber entgehen sie dem Zorn Gottes? Der HERR sagt: "... alle Götter der Völker sind Götzen..." (Psalm 96, 5). Wer zu Gott kommen will braucht Jesus. Jesus sagt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich" (Johannes 14, 6). Oft wird Christen vorgeworfen, sie wären Religionen gegenüber intolerant. Dies stimmt nicht. Nicht Christen haben einen Absolutheitsanspruch, sondern Christus! Wenn Jesus, der Sohn Gottes, sagt, es gibt keinen anderen Weg, soll ich dann trotzdem in die Irre und ins Verderben laufen?

- Allversöhnung
Gott ist doch ein lieber Gott, er liebt uns doch alle. Dann kommen wir auch alle in den Himmel. Nun, ich habe bereits an anderer Stelle auf diese Ansicht geantwortet. Unser Gott ist ein heiliger Gott und die Strafe für unsere Sünde kann nicht einfach so aufgehoben werden. Jesus hat für die Schuld eines jeden einzelnen sein Leben gelassen und nur wer das für sich im Glauben annimmt, wird gerettet.

- Mitgliedschaft in einer Kirche
Du kannst regelmäßig in den Sonntagsgottesdienst gehen, ja sogar in einer Gemeinde mitarbeiten. Und doch kann es passieren dass Du verloren gehst, weil du keine lebendige Beziehung zu Jesus hast. Nach einer Mitgliedsbescheinigung in einer Kirche wird Gott uns einmal nicht fragen.

- Bibellesen
Du kannst sogar regelmäßig in der Bibel lesen. Viel über Gott, seinen Sohn Jesus und sein Volk wissen. Und doch bist du noch immer nicht gerettet. Wenn ich weiß, daß es einen Arzt gibt, so hilft das meiner Krankheit noch lange nicht ab. Ich muß seine Dienste auch in Anspruch nehmen.

- Taufe
Selbst wenn du getauft bist, heißt das nicht, daß du gerettet bist. Die Bibel spricht an keiner Stelle davon, daß dies genügen würde. Sie sagt vielmehr: "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden" (Markus 16, 16). Denn: "...ohne Glaube ist's unmöglich, Gott zu gefallen..." (Hebräer 11, 6).

Wir haben uns einige der falschen Zuflüchte angeschaut, die kein sicheres Fundament bilden können. Wie gesagt handelt es sich dabei nur um eine beispielhafte Aufzählung. Welchen Weg hat nun Gott für uns bereitet?


2. Jesus Christus - der einzige Weg

Wenn du gerettet werden willst, dann mußt du all dein Vertrauen auf Jesus Christus setzen. Das meint es, wenn man von Glaube spricht. Die Bibel sagt: "... in keinem anderen ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden" (Apostelgeschichte 4, 12). Wir lesen weiter: "... Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig" (Apostelgeschichte 16, 31). Dies ist der einzige Weg der Erlösung, den es gibt. "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" (Johannes 3, 16).


3. Bekehrung / Die Entscheidung für Jesus Christus

Wenn du erkannt hast, dass du Vergebung vor Gott brauchst. Wenn du ein neues, versöhntes Leben mit Gott beginnen möchtest, dann vertraue in allen Dingen auf Jesus. Vertraue darauf, daß er durch sein Blut am Kreuz von Golgatha deine Erlösung erworben hat. Und diese Opfer durch die Auferstehung von Gott beglaubigt worden ist. Kehre um auf den schmalen Weg, indem du eine klare Entscheidung für Jesus Christus in deinem Leben triffst und Jesu Opfer ganz persönlich für dich in Anspruch nimmst. Übergib dein Leben in die Hand Jesu und mache ihn zu deinem Herrn und Heiland. Entscheide dich zu einer Kehrtwende um einhundertachtzig Grad zu Jesus hin.


Wenn du das gerne möchtest und bisher noch nicht getan hast, dann sprich jetzt oder nachdem du den Text vollständig gelesen hast das nachstehende Übergabegebet.




GEBET ZUR LEBENSÜBERGABE AN JESUS CRISTUS



"Mein Vater im Himmel, mir ist klar geworden, daß ich mein bisheriges Leben ohne dich gelebt habe. Ich habe mein Leben selbst bestimmt, bin meine eigenen Wege gegangen, ohne nach dir zu fragen. Dadurch bin ich von dir getrennt. Vater, ich bitte dich, vergib mir meine große Schuld.

Herr Jesus, du kennst meine bisherige Gleichgültigkeit. Ich weiß, daß du durch deinen Tod am Kreuz mir meine Sünde jetzt vergibst. Darauf vertraue ich jetzt.
Danke, daß du meine Sünde vergeben hast.
Danke, daß du mein Erlöser geworden bist.

Herr Jesus, ich glaube in meinem Herzen, daß Gott dich von den Toten auferweckt hat und ich bekenne dich mit meinem Mund als den Herrn meines Lebens.

Ich übergebe dir meinen Verstand, meinen Willen, meine Gefühle, meine Wünsche und meinen Tod. Herr Jesus, ich lade dich in mein Leben ein. Bitte übernimm die Herrschaft in meinem Leben, sei du mein Herr und verändere mich so, wie du mich haben willst.     Amen."





Ich selbst habe ein solches Gebet am 28.1.1996, dem Tag meiner Bekehrung, unter Beisein eines Christen gesprochen. Es ist gut dies in Gegenwart eines Zeugen zu tun, denn der Teufel wird alles daran setzen, dich zu verunsichern. Er wird dir sagen: "Das war nicht echt, nicht mit aufrichtigem Herzen gemeint, keiner hat was gehört" ... und so weiter. Aber sei sicher, Gott hat dein Gebet gehört und es ist nicht zwingend notwendig, daß jemand dabei zugegen war. Wenn du den Schritt der Bekehrung durch eine Lebensübergabe wagst, dann antwortet Gott darauf mit deiner Wiedergeburt.


4. Die Wiedergeburt

Du erinnerst sich an die Geschichte des Sündenfalles. Das Adam den von Gott gegebenen Geist verlor und dadurch den geistlichen Tod starb. Wenn du dich zu Jesus Christus bekehrt hast, dann wird diese Folge rückgängig gemacht. Was geschieht nun genau bei der Wiedergeburt?


a) In der Wiedergeburt wird dein toter Geist neu geschaffen.

Friedhold Vogel sagt es in seinem Buch "Ins Leben gerufen" so: "In der Wiedergeburt kommt Gottes Geist in den Geist des Menschen und erweckt ihn zum Leben. Dadurch erhält der Mensch die Fähigkeit unter der Führung des Heiligen Geistes zu leben."


b) Durch die Wiedergeburt wirst du ein Kind Gottes.

Die Bibel sagt: "Wie viele ihn (Jesus) aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, ..." (Johannes 1, 12).
Du bist nun nicht mehr nur ein Geschöpf Gottes, sondern bist zum Kind und Erben der Verheißungen geworden.


c) In der Wiedergeburt bekommst du das ewige Leben.

Gott aber schenkt uns in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, unserem Herrn, das ewige Leben, das schon jetzt beginnt und niemals aufhören wird (Römer 6, 23 Hoffnung für Alle). Friedhold Vogel schreibt dazu: "Ewiges Leben ist zugleich auch unvergängliches Leben - Leben, das Tod, Gericht, und Hölle nicht mehr bedrohen und vernichten kann."

Ein Leben in Gemeinschaft mit Gott dem Vater, mit Jesus dem Sohn Gottes und dem Heiligen Geist ist wirkliches, sinnerfülltes Leben. Und es wird ein glückliches Leben mit unvorstellbarer Freude in der Herrlichkeit sein, wenn wir die letzte Stunde unseres irdischen Daseins überschritten haben.




VI. Geistliches Wachstum



Wenn du dich für Jesus entschieden hast, lebst du in einer neuen Gemeinschaft. Suche geistliche Nahrung für dein neues Leben. Lies täglich in der Bibel. Sie ist Gottes Wort an uns Menschen. Gott spricht durch die Worte der Bibel in unsere konkrete Lebenssituation und gibt Antworten auf unsere Fragen. Suche Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Fast in allen Orten gibt es Menschen, die Jesus nachfolgen, gibt es Bibel- und Hauskreise. Frag bei deinem zuständigen Pfarramt an, welches geistliche Leben es in deiner Gemeinde gibt. Suche dir eine Gemeinde, die deinem Stil entspricht. Es gibt vom Typ her sehr unterschiedliche Gemeinden, der Leib Christi ist einfach vielfältig. Also sieh ruhig über den Tellerrand hinaus. Besuche den Sonntagsgottesdienst. Gott spricht durch die Worte der Prediger. Suche täglich das Gespräch mit Jesus und dem Vater, man nennt es Gebet. Du wirst lernen die leise Stimme des Heiligen Geistes zu hören. Er wird dich auf deinem neuen Weg führen.

Groß sind die Verheißungen, die auf deinem Weg liegen. Gott verspricht dir das ewige Leben, das schon jetzt beginnt. Du bist sein Kind. Er verspricht dir ein Leben in Fülle. Eine Hand, die dich in schweren Zeiten trägt und durch diese Weltzeit bringt. Und das Größte, wird die zukünftige Welt sein, in der wir in Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist leben werden.

Jesus sagt: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir" (Offenbarung 3, 20). Es heißt, die Tür des menschlichen Herzens hat nur eine Klinke und diese befindet sich an der Innenseite. Jesus steht gerade jetzt vor deiner Herzenstür und klopft an.

Der HERR segne deinen Weg!



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